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RC-4
2026-08-09 18:41:47 +02:00

5.8 KiB

Article Quality Gate v12

Ziel

v12 korrigiert einen systematischen False-Negative-Fehler des modellfreien Artikel-Quality-Gates aus v8-v11. In brain-analysis(21) erreichten sechs autonome v10-Artikel den CPU-Checker. Vier Erstfassungen waren bereits 620-823 Wörter lang, hatten acht Abschnitte und nutzten 89-100 % der bereitgestellten Quellen, wurden aber ausschließlich wegen low_evidence_alignment vor dem Qwen-Claim-Review verworfen.

Root Cause

lexical-coverage-depth-v1 gewichtete bei der IDF-artigen Alignment-Berechnung Begriffe, die in keiner Quelle vorkamen, stärker als häufige Evidenzbegriffe. Für einen deutsch formulierten Syntheseartikel war das ungeeignet:

  • Paraphrasen erzeugen legitime neue Formulierungen.
  • Flexion und zusammengesetzte deutsche Begriffe senken exakte Token-Ueberschneidung.
  • Ueberschriften und erklaerender Kontext stehen nicht zwingend woertlich in Quellen.
  • Ein Artikel ueber mehrere Quellen muss verbinden und erklaeren, nicht Quelltext kopieren.

Damit wurde ein lexikalischer Aehnlichkeitswert faelschlich wie ein semantischer Grounding-Beweis behandelt.

Neue Verantwortungsgrenze

Der CPU-Layer bleibt ein harter, modellfreier Struktur-/Dichte-Checker.

Er darf weiterhin hart ablehnen bei:

  • article_too_short
  • insufficient_section_depth
  • low_source_utilization
  • high_redundancy
  • low_information_density
  • insufficient_operational_structure
  • insufficient_explanatory_depth

EvidenceAlignment bleibt messbar, ist ab v12 jedoch diagnostisch. Ein niedriger rein lexikalischer Wert darf keine Aussage darueber treffen, ob eine paraphrasierte Behauptung semantisch belegt ist.

Semantisches Grounding gehoert in die nachfolgende Qwen-Stufe:

Gemma Author
   |
   v
CPU Quality v2
Struktur / Tiefe / Redundanz / Quellennutzung
   |
   v
Qwen Claim Review
supported / partially supported / unsupported / contradicted
   |
   v
Qwen Coverage Review
   |
   v
Final deterministic gates

Algorithmus

Neue Kennung:

lexical-coverage-depth-v2

Evidence Alignment v2

Vorhandene Evidenzbegriffe werden voll gewichtet. Seltene Evidenzbegriffe erhalten nur einen kleinen Bonus. Begriffe, die nicht im Evidenzkorpus vorkommen, erhalten lediglich eine begrenzte Penalty und dominieren nicht mehr den Nenner.

Technische, in keiner Quelle vorkommende Begriffe werden staerker markiert als normale erklaerende Sprache, bleiben aber ebenfalls nur ein Diagnoseindikator.

Score

Der Score priorisiert jetzt die durch CPU verlaesslicher messbaren Dimensionen:

  • Type/Depth: 30 %
  • Source Utilization: 24 %
  • Technical Specificity: 14 %
  • Lexical Diversity: 12 %
  • Evidence Alignment: 10 %
  • Non-Redundancy: 10 %

Passed wird nicht mehr durch einen zweiten willkuerlichen Gesamt-Score-Schwellenwert blockiert. Die expliziten Hard Gates entscheiden, ob der Draft zum semantischen Reviewer darf. Der Score bleibt fuer Ranking, Telemetrie und Diagnose erhalten.

Regression aus analysis(21)

Beobachtete v10-Erst-/Revisionswortzahlen:

Run Erstfassung Revision v10 v12 erwarteter CPU-Pfad
1 631 560 reject: low_evidence_alignment Erstfassung -> Qwen
2 823 604 reject: low_evidence_alignment Erstfassung -> Qwen
3 664 456 reject: low_evidence_alignment Erstfassung -> Qwen
4 564 629 reject: low_evidence_alignment Revision 629 -> Qwen
5 620 527 reject: low_evidence_alignment Erstfassung -> Qwen
6 471 438 reject: too short + alignment weiterhin reject: too short

Der letzte Fall bleibt absichtlich gesperrt. v12 ist keine generelle Lockerung des Qualitaetsniveaus.

Monotone CPU-Revision

analysis(21) zeigte ausserdem mehrfach, dass die CPU-angeforderte Revision einen besseren Draft verschlechterte, z. B. 823 -> 604, 664 -> 456 und 631 -> 560 Woerter.

v12 merkt sich deshalb die beste CPU-bewertete Fassung. Eine schlechtere Revision darf sie nicht mehr still ueberschreiben. Bei einer Regression wird article.cpu_quality.revision.regressed emittiert und die bessere Fassung fuer die finale Diagnose behalten.

Eine Revision, die die Hard Gates wirklich besteht, gewinnt weiterhin immer.

Reparaturhinweis fuer zu kurze Artikel

Bei article_too_short fordert der CPU-Layer nun explizit, die vorhandene Substanz nicht zu kuerzen und in der Revision einen Puffer oberhalb der harten Mindestwortzahl anzustreben. Die zusaetzliche Laenge muss aus belegten technischen Details kommen; Fülltext bleibt verboten.

Pipeline Identity

Neue Pipeline-ID:

adaptive_generate_review/v5-quality-gate-v12

Damit werden alte Fingerprints nicht mit der korrigierten Gate-Semantik vermischt.

Autonomous Runtime Counters

Autonome Artikelsynthese lief ausserhalb von EnrichOne. Deshalb zeigte der Runtime-Status in analysis(21) articles_skipped=0, obwohl sechs autonome Drafts verworfen worden waren.

v12 zaehlt autonome Created-/Skipped-Outcomes nun ebenfalls in den Prozesszaehlern. Die persistenten Autonomous-Totals bleiben davon getrennt.

Agent-Kompatibilitaet

Der Compute-Kind bleibt:

article_quality

Ein bereits laufender aelterer Compute-Agent kann weiterhin bounded Metrics liefern. Das Brain rekonstruiert Pass/Fail und Empfehlungen lokal mit den v12-Regeln. Nach Upgrade des Agenten wird auch die Alignment-Metrik selbst nach v2 berechnet.

Keine abgeschwaechten semantischen Gates

Unveraendert bleiben:

  • Qwen Claim-by-Claim Review
  • Unsupported-/Contradicted-Claim-Rejection
  • Coverage Review
  • Research-Grounding fuer autonome Artikel
  • Source-Minimum und Production Ratio
  • Artikeltyp-spezifische operative Mindeststruktur
  • Final Draft Validation

v12 entfernt damit keinen Wahrheits-/Grounding-Schutz. Es verhindert lediglich, dass ein lexikalischer CPU-Heuristikwert den semantischen Reviewer ersetzt.