diff --git a/articles/2025/in-ubuntu-den-port-53-dns-selber-nutzen.md b/articles/2025/in-ubuntu-den-port-53-dns-selber-nutzen.md new file mode 100644 index 0000000..17d964d --- /dev/null +++ b/articles/2025/in-ubuntu-den-port-53-dns-selber-nutzen.md @@ -0,0 +1,100 @@ + +**Ubuntu verwendet standardmäßig den DNS-Over-UDP-Port (53) selber. +Dies kann sehr hinderlich sein, wenn man seinen eigenen DNS-Server betreiben, oder ihn an einen Container weitergeben möchte. +Ich zeige euch, wie ihr den Port auf Ubuntu freigeben und selber nutzen könnt.** + +## Vorwort + +Ich empfehle zunächst nur erfahrenen Benutzern dazu eine solche Änderung vorzunehmen. + +## Analyse + +Zunächst analysieren wir, von welchem Dienst der Port 53 genutzt wird. Das kann mit diesem Kommando ausgelesen werden: + +``` +sudo lsof -i :53 +``` + +Die Ausgabe sieht in etwa so aus: + +``` +root@ubnt:/home/root# lsof -i :53 +COMMAND PID USER FD TYPE DEVICE SIZE/OFF NODE NAME +systemd-r 634 systemd-resolve 13u IPv4 19902 0t0 UDP localhost:domain +systemd-r 634 systemd-resolve 14u IPv4 19903 0t0 TCP localhost:domain (LISTEN) +root@ubnt-core-a:/home/root# +``` + +Sollte hier keine Ausgabe erfolgen, so ist vermutlich der Port 53 nicht in Verwendung! + +Wir können anhand der Ausgabe erkennen, dass der Port 53 vom Systemdienst ```systemd-resolved``` verwendet wird. + +Anpassung der Konfiguration zum Freigeben + +Nach dem wir wissen, das der Systemdienst den DNS-Port belegt, können wir die Konfiguration anpassen, um den Port für unsere Zwecke frei zu bekommen. + +Dazu bearbeiten wir die Datei ```/etc/systemd/resolved.conf``` idealerweise mit der Software nano: ```sudo nano /etc/systemd/resolved.conf``` + +Die Datei sieht wie folgt aus: + +``` +# This file is part of systemd. +# +# systemd is free software; you can redistribute it and/or modify it under the +# terms of the GNU Lesser General Public License as published by the Free +# Software Foundation; either version 2.1 of the License, or (at your option) +# any later version. +# +# Entries in this file show the compile time defaults. Local configuration +# should be created by either modifying this file, or by creating "drop-ins" in +# the resolved.conf.d/ subdirectory. The latter is generally recommended. +# Defaults can be restored by simply deleting this file and all drop-ins. +# +# Use 'systemd-analyze cat-config systemd/resolved.conf' to display the full config. +# +# See resolved.conf(5) for details. +[Resolve] +# Some examples of DNS servers which may be used for DNS= and FallbackDNS=: +# Cloudflare: 1.1.1.1#cloudflare-dns.com 1.0.0.1#cloudflare-dns.com 2606:4700:4700::1111#cloudflare-dns.com 2606:4700:4700::1001#cloudflare-dns.com +# Google: 8.8.8.8#dns.google 8.8.4.4#dns.google 2001:4860:4860::8888#dns.google 2001:4860:4860::8844#dns.google +# Quad9: 9.9.9.9#dns.quad9.net 149.112.112.112#dns.quad9.net 2620:fe::fe#dns.quad9.net 2620:fe::9#dns.quad9.net +#DNS= +#FallbackDNS= +#Domains= +#DNSSEC=no +#DNSOverTLS=no +#MulticastDNS=no +#LLMNR=no +#Cache=no-negative +#CacheFromLocalhost=no +#DNSStubListener=yes +#DNSStubListenerExtra= +#ReadEtcHosts=yes +#ResolveUnicastSingleLabel=no +``` + +Wir entfernen die Raute (#) vor der Zeile (DNS=) und geben einen Sinnvollen DNS-Server ein z.B. ```1.1.1.1``` oder ```8.8.8.8``` oder im Heimnetzwerk die Adresse ihres Routers. + +Wir entfernen die Raute (#) vor der Zeile (DNSStubListener=) und geben als Wert ```no``` an. + +Wir speichern die Datei so ab. ```Strg + x``` -> ```Y``` -> ```Enter```. + +Damit ist das Gröbste geschafft. Nun folgt noch ein weiterer Schritt, bevor Sie das System neu starten müssen. + +Lassen Sie uns einen Symbol-Link erstellen, der von ```/run/systemd/resolve/resolv.conf``` auf ```/etc/resolv.conf``` verweist. + +Führen Sie dazu dieses Kommando aus: + +``` +sudo ln -sf /run/systemd/resolve/resolv.conf /etc/resolv.conf +``` + +Die Parameter für diesen Befehl sind: + +* -s: Erstellt einen Symbol-Link und keinen Hard-Link +* -f: Entfernt das Ziel, wenn es existiert (```/etc/resolv.conf```) +Abschluss + +Nun fehlt Ihnen nur noch ein Neustart des Systems. Danach ist der DNS-Port (53) frei zur Verwendung durch Drittsoftware. + +Ich hoffe euch hat dieser Artikel weitergeholfen und ich freue mich euch im nächsten Artikel wieder zu lesen \ No newline at end of file diff --git a/static/img/in-ubuntu-den-port-53-dns-selber-nutzen.png b/static/img/in-ubuntu-den-port-53-dns-selber-nutzen.png new file mode 100644 index 0000000..2345774 Binary files /dev/null and b/static/img/in-ubuntu-den-port-53-dns-selber-nutzen.png differ